Stoffwindeln und Windelfrei :: Erfahrungen Teil 3

Mittlerweile ist unser Baby fast 16 Wochen alt. Und immer noch ein eher schmales, zartes Kind, das am liebsten ohne Windeln ist…

Mullwindeln

Witzigerweise wechselt meine Vorliebe für die Art der Windelfaltung. Nach meinem letzten Bericht war ich von dem Dreieck mit Steg plötzlich ganz angetan. Da unser Baby nicht mehr ganz so klein war, wirkte der Steg hinten am Po nicht mehr gar so dick. Und man braucht weniger Einlage um eine gute Saugkraft zu erreichen, da ja schon der meiste Stoff der Mullwindel in der Mitte gefaltet liegt.

Momentan mag ich aber doch die Drachenfaltung wieder lieber. Da kann ich besser in der Steglänge variieren und die Einlagen sind mehr in der Mitte plaziert. Dadurch ist es hinten am Po dann nicht so dick.

Fazit: Je nach Größe und Gewicht des Babys variiert auch die Art und Weise wie ich die Windel lieber ums Kind binde.

Prefolds und Einlagen

Ich merke, Prefolds, Mullis bzw. Einlagen in die Überhosen gesteckt, das ist etwas wenn ich faul bin. Ist ja fast wie eine Wegwerfwindel. Mittlerweile tragen wir die Newborn auf der größten Größe bei den Überhosen, da passen die Einlagen eben auch besser rein und es ist sehr komfortabel anzulegen.

Nachteile: nach wie vor, dass fast immer auch die Überhose dreckig wird wenn gekackt wurde. ABER: da wir fast keine Kackwindeln haben, können wir das meist umgehen. Womit ich beim zweiten Thema dieses Posts bin:

Windelfrei.

Wir haben uns ganz langsam rangetastet. Sie in den ersten Wochen manchmal frei strampeln lassen und geschaut, wann was passiert. So wie man auch alle anderen Signale usw. in den ersten Wochen kennenlernt. Es war aber schon neu und ungewohnt, ihre Signale nicht nur auf Hunger, Müde, Unwohlsein zu interpretieren, sondern auch als Ausscheidungssignale. Auch jetzt geht es mir so, dass ich diese Möglichkeit manchmal vergessen, wenn sie eine Windel anhat.

Irgendwann kamen klare Situationen und eindeutiges Verhalten, die mir beim großen Geschäft auffielen und da hab ich spontan angefangen, sie mal übers Waschbecken abzuhalten. Es war zugegeben erstmal ein echt komisches Gefühl, aber es gab auch gleich Erfolge und ich hab gemerkt, dass sie sich so viel einfacher erleichtern kann –  da sie eh immer viel rummacht.

Dann hatten wir erstmal noch die Spreizhose für drei Wochen, da hab ich sie meist wenn ich gewickelt habe abgehalten und ansonsten aber nichts weiter ausprobiert.

In den letzten Wochen habe ich sie dann immer öfter ohne Windel gelassen und so fing es dann an, dass ich auch oft die Signale für Pipi erkennen konnte. Es wird alles immer vertrauter und macht auch immer mehr Spass. Mittlerweile machen auch Papa und Bruder mit. (Letzterer vor allem beim Versuch die Signale zu deuten und wenn ich sie über einen Topf halte macht er auch Signallaut und kommentiert :))

Unser Baby liebt es ohne Windel. Das hab ich schon echt früh gemerkt. Sobald die Windel ab ist wird sie z.B. gut gelaunt. Oft kann ich sie damit tatäschlich beruhigen, wenn mir nichts anderes mehr einfällt. Beim Windeln anlegen wiederrum meckert sie meist und macht sich steif…

Trotzallem ist sie überwiegend doch noch gewickelt (außer an einzelnen Tagen), auch wenn ich versuche sie so oft es geht ohne zu lassen. Aber ich merke einfach es klappt nur gut, wenn ich auch aufmerksam bin und im Alltag hab ich diese Aufmerksamkeit und Geduld einfach nicht ständig. Und damit das nicht in Frust umschlägt schau ich einfach was geht.

Es lässt sich aber finde ich so gar nichts pauschal sagen, denn –  sie wächst und entwickelt sich, wir lernen und probieren –  sind mal aufmerksamer und mal weniger. Kurz denkt man, es gibt so etwas wie eine Regelmäßigkeit und dann verändert sich auch schon wieder was.

Diese Woche hatten wir zum Beispiel die ersten Teppich-Kack-Unfälle –  aus lauter Unaufmerksamkeit. Nicht günstig jedenfalls, das Kind ohne Windel in Abhalteposition auf dem Schoß zu halten, während man mit der Aufmerksamkeit ganz woanders ist!

Was schön ist: der Babypo ist meist sehr sauber. Weniger Windelwäsche gibt es auch. Was ich sehr gut finde, denn der Berg ist ohnehin sehr groß, da zu den Pipi-Windeln auch noch unzählige Spuckwindeln kommen.

Somit reicht uns das Testpaket und die vielen Mullwindeln immer noch völlig aus und ich habe auch aktuell keinen Bedarf etwas anderes zu testen, was Stoffwindeln anbelangt.

Viel mehr überlege ich gerade rum, was ich für Windelfrei an Klamotten praktisch finde.

Zwei Strumpfhosen habe ich bisher aufgeschnitten und finde das ganz praktisch. Aber manchmal auch doch zu kalt. Drei unterschiedliche Wollhosen hab ich aus alten Pullis genäht, die zieh ich zum Teil einfach so an, wie bei großen Kindern kann man die ja beim Abhalten einfach runterziehen. Unpraktischer ist das, wenn ich noch eine Mullli oder so als Backup reingelegt habe. Das hat so keinen guten Halt und deswegen überlege ich gerade Unterhosen zu nähen, die enger anliegen.

Wollhose aus Pulli Ohne Windel drunter

Generell finde ich es ein Problem, dass ohne Windel fast alles schlabbert – viele Sachen sind an unserem schmalen Kind auch so schon zu weit. Deswegen will ich mich eben ans Nähen machen…

Oberteile ist auch so ein Ding. Offene Bodies hängen unpraktisch in der Gegend rum und Oberteile rutschen eben immer nach oben, vor allem wenn die Hose keinen Halt am Bauch hat.

Und leider sind auch die meisten Overalls die wir so haben für Windelfrei ziemlich ungeeiget. hmm… Mal sehen, was da die Erfahrungen in Zukunft noch bringen.

Ah, zur Windelwäsche noch. Durch die ganzen Diskussionen in FB-Gruppen war ich anfangs schon etwas verwirrt. Neu war für mich, dass ich für die Windeln ein Vollwaschmittel angeschafft habe, das schafft echt mehr als nur das Colorwaschmittel. Und ich spüle hin und wieder extra, vor allem wenn die Windeln doch mal einen Tag länger als sonst lagen.

Windelwäsche

Windelwäsche

Anfangs hatte ich ein Wäschenetz, jetzt haben wir diesen tollen Korb mit Löchern (Waschbär), da häng ich die nassen Windeln auch erstmal über den Rand, die trocknen an und alles liegt ziemlich luftig. Kackawindeln spüle ich ab und lasse sie auch trocknen bevor ich sie in den Wäschekorb mache. Nach drei Tagen ist dann in der Regel der Korb voll und das ist auch genau eine Waschladung.

Irgendwie eine überraschend saubere und nicht stinkende Sache. Allerdings schon mehr Arbeit. Das kann man nicht verleugnen.

Je mehr ich schreibe, desto mehr fällt mir ein… z.B. dass sie abends fast gar nicht pinkelt, auch nicht wenn sie schläft aber morgens ganz viel. Dass ich nachts aus Faulheit (weil ich früh früh morgens so gar nicht gern aus dem Bett will um z.B. zu wickeln) oft auch mal Wegwerfwindeln anlege, am sonsten da am liebsten die Hanfprefold und Wollüberhose, usw…

So ist das wohl mit jedem Kind und in jeder Familie wieder anders. Und so wie ich gerne die Erfahrungen anderer lese, hoffe ich auch ein paar können von meinen Erfahrungen lesen…

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3 Gedanken zu “Stoffwindeln und Windelfrei :: Erfahrungen Teil 3

  1. Hallo Barabara!

    Du hast hier ja jede Menge Erfahrungen zu Windelfrei und Stoffis zusammengetragen! Finde ich sehr interessant. Vor allem auch, wie du die Veränderungen gestaltet hast! Mensch wächst eben beim Gehen!

    Ich finde auch, dass Windelfrei lustig sein darf. Frust macht einfach keinen Spaß! Und Windelfrei bedeutet ja nicht Windel-frei, also ohne Windel, sondern Ausscheidungsbedürfniskommunikation 😉 (auch wenn dieses Wort niemals in Mode kommen wird …).

    Hast du mittlerweile (für euch) passendere Kleidung gefunden? Das ist ja ein Aspekt, der zwischen Frust und Lust entscheidet: so praktikabel wie möglich! Hier ist ja nicht jeden Tag Sommer.

    Btw: Wenn du nicht in Deutschland aufgewachsen bist: Wie und in welchem Alter bist du selbst denn „trocken“ geworden?

    Herzliche Grüße!
    Lucia

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    • Hallo Lucia,
      ja, Ausscheidungskommunikation passt definitv besser – aber du hast recht, das Wort ist einfach ein Unding und viel zu sperrig. Ich finde so richtig den optimalen Begriff gibt es noch nicht.
      Mit der Kleidung bin ich noch nicht beim Optimum gelandet. Aber es zeichenen sich Vorlieben ab. Hemden und Strumpfhosen zum Beispeil. Vielleicht schaff ich es ja auch demnächst endlich noch dafüber einen post zu schreiben….
      Als wir nach Namibia gezogen sind war ich schon 16 und von daher schon lange trocken 😛 Wie die Babys aber in Namibia trocken werden, das würde mich auch interessieren. Ich denke mal, dass Windeln sehr verbreitet sind, es aber ganz viel Variationen gibt, da die Bevölkerung auch so bunt und unterschiedlich ist. Leider hab ich nicht so viel Kontakt mehr und als ich das letzte Mal dort war, hat mich die Frage noch nicht beschäftigt… Beim nächsten mal werd ich sicher mit anderen Augen gucken. Wie ich heute gesehen habe gibt es bei dir ja auch wieder interessantes auf dem Blog zu lesen. Zu Windelfrei in Vietnam. Das muss ich mir noch genauer anschauen. Liebe Grüße!
      Barbara

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      • Hallo Barbara!

        Tut mir leid für den Buchstabendreher bei deinem Namen! Vermutlich hatte da die Autokorrektur ihre Finger im Spiel 😉 (habe es gerade entdeckt)

        Ja, mit den Begriffen ist wirklich eine lange Diskussion. Es gibt ein paar Eigenkreationen, aber die setzen sich auch nicht durch. „windelfrei“ ist nun mal am bekanntesten (bei uns; in der Schweiz ist es „topffit“). Aber so kommen wenigstens auch andere Eltern, die klassisch gewickelt haben, beim Trockenwerden manchmal auf dieses Konzept 🙂

        Wäre schön, wenn du dazu noch einen Artikel schreibst! Bei der Kleidungswahl kann man nicht genug Inspiration haben 🙂

        Ach so! Na, schade! 😉 Aber wer weiß, wann du wieder dort hin kommst und was du dann berichten kannst!

        Ja, ich versuche auch andere Kulturen näher zu betrachten! Gerade weil es doch 65-85% der Weltbevölkerung sein sollen, die windelfrei machen. Aber je mehr ich mir das konkret ansehe … sieht leider mager aus.

        Danke freue mich, bald wieder von dir zu lesen!
        Herzliche Grüße,
        Lucia

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